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Von der Jugendbegegnung zum erfolgreichen und nachhaltigen Unternehmen in Sambia

Kenia als Partnerland des Bürgerfests mit dem Motto: "Pamoja - Gemeinsam stärker"

Die NGO Terre des Hommes und der Logistikkonzern Dachser organisierten eine internationale Jugendbegegnung zum SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“. Dabei entwickelten die Jugendgruppen die Idee für das heute erfolgreiche Recyclingunternehmen Trash4Cash in Livingstone, Sambia. Wir haben darüber mit Joshua Hofert, Vorstand Kommunikation bei Terre des Hommes, und Bernhard Simon, Verwaltungsratsvorsitzender von Dachser, gesprochen – sowie ein Videointerview mit Chimunya Mutombo geführt, die als Projektkoordinatorin bei Trash4Cash arbeitet.

Joshua Hofert, Vorstand Kommunikation bei Terre des Hommes, und Bernhard Simon, Verwaltungsratsvorsitzender von Dachser, im Gespräch mit einer Dame.
Joshua Hofert und Bernhard Simon im Gespräch.

Im Rahmen der Jugendbegegnung „Völlig utopisch – bis wir es machen! Jugendliche in Sambia & Deutschland gestalten lebenswerte Städte“ vernetzten sich Auszubildende bei Dachser, Studierende aus dem Ter

Joshua Hofert: Die Jugendbegegnungen waren für die Beteiligten eine ganz besondere Erfahrung, die bei vielen den Blick auf sich selbst und auf die Welt völlig verändert hat. Durch die gemeinsame Arbeit an Nachhaltigkeitsprojekten wurden stereotype Vorstellungen vom jeweils anderen Land bei den Teilnehmenden rasch relativiert. Anfangs vorhandene Unsicherheiten wichen schnell Interesse und Offenheit für neue Perspektiven. Joshua Hofert: Die Jugendbegegnungen waren für die Beteiligten eine ganz besondere Erfahrung, die bei vielen den Blick auf sich selbst und auf die Welt völlig verändert hat. Durch die gemeinsame Arbeit an Nachhaltigkeitsprojekten wurden stereotype Vorstellungen vom jeweils anderen Land bei den Teilnehmenden rasch relativiert. Anfangs vorhandene Unsicherheiten wichen schnell Interesse und Offenheit für neue Perspektiven.

Ein konkretes Ergebnis war das Projekt „Trash4Cash“ in Livingstone. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Joshua Hofert: Die Idee entstand beim Besuch eines kleinen Wertstoffhof in Osnabrück. Dort erlebten die Jugendlichen praxisnah, wie Wertstoffe lokal im Sinne der Kreislaufwirtschaft gesammelt, getrennt und weiterverarbeitet werden können. Dieser Besuch war die Initialzündung für „Trash4Cash“: Die Jugendlichen waren sofort überzeugt, dass ein solcher Recycling Hub auch in Livingstone umsetzbar ist.
Bernhard Simon: Dabei hatten sie anfangs gegen so manche Widerstände zu kämpfen. Der damalige Bürgermeister von Livingstone beharrte darauf, den Abfall, egal ob sortiert oder unsortiert, auf der zentralen Müllhalde außerhalb der Stadt zu verbrennen. Ein Jahr später übernahm eine neue Bürgermeisterin in Livingstone, gleichzeitig wurde die Stadt für ein UNIDO-Projekt zur Förderung der Kreislaufwirtschaft ausgewählt. So konnten die Jugendlichen ihre Idee doch noch umsetzen. Der unternehmerische Geist der Jugendlichen und ihr Wille, vor Ort nachhaltige Lösungen für die Müllsituation zu schaffen, hat uns alle sehr beeindruckt.Joshua Hofert: Die Idee entstand beim Besuch eines kleinen Wertstoffhof in Osnabrück. Dort erlebten die Jugendlichen praxisnah, wie Wertstoffe lokal im Sinne der Kreislaufwirtschaft gesammelt, getrennt und weiterverarbeitet werden können. Dieser Besuch war die Initialzündung für „Trash4Cash“: Die Jugendlichen waren sofort überzeugt, dass ein solcher Recycling Hub auch in Livingstone umsetzbar ist.


Bernhard Simon: Dabei hatten sie anfangs gegen so manche Widerstände zu kämpfen. Der damalige Bürgermeister von Livingstone beharrte darauf, den Abfall, egal ob sortiert oder unsortiert, auf der zentralen Müllhalde außerhalb der Stadt zu verbrennen. Ein Jahr später übernahm eine neue Bürgermeisterin in Livingstone, gleichzeitig wurde die Stadt für ein UNIDO-Projekt zur Förderung der Kreislaufwirtschaft ausgewählt. So konnten die Jugendlichen ihre Idee doch noch umsetzen. Der unternehmerische Geist der Jugendlichen und ihr Wille, vor Ort nachhaltige Lösungen für die Müllsituation zu schaffen, hat uns alle sehr beeindruckt.

Bernhard Simon, Verwaltungsratsvorsitzender von Dachser, unterhält sich mit zwei Jugendlichen.
Es findet ein netter Austausch statt.

Wie wurde aus der Idee ein funktionierendes Unternehmen?

Bernhard Simon: Am Anfang stand eine Machbarkeitsstudie, um zu klären, welche Mengen und Arten an Müll in Livingstone anfallen. Daraufhin wurde das unternehmerische Konzept entwickelt: Die Bevölkerung in Livingstone sammelt Wertstoffe, vor allem Plastikmüll, und Trash4Cash kauft diese zu einem Kilopreis ab. Im Recycling Hub wird der Abfall sortiert und gepresst. In der ersten Phase des Unternehmens wurde das Plastik dann in die Hauptstadt Lusaka gebracht, wo es an Betriebe verkauft werden konnte, die es zu Granulat verarbeiten und neu einsetzen. Aus dem Verkauf generierte Trash4Cash den Umsatz.


Joshua Hofert: Wichtig für Trash4Cash war die enge Zusammenarbeit mit dem Livingstone City Council, also dem Stadtrat, und der sambischen Umweltbehörde. Wir haben Trash4Cash dabei unterstützt, im Jahr 2025 offizieller Vertragspartner der Stadt Livingstone im UNIDO-Projekt zur Kreislaufwirtschaft zu werden. Seit Januar verfügt Trash4Cash über den ersten großen Recyclinghub mit Recycling-Maschinen. Damit kann die Weiterverarbeitung der Wertstoffe effizienter vor Ort erfolgen. Das zahlt sich ökologisch und ökonomisch aus.Bernhard Simon: Am Anfang stand eine Machbarkeitsstudie, um zu klären, welche Mengen und Arten an Müll in Livingstone anfallen. Daraufhin wurde das unternehmerische Konzept entwickelt: Die Bevölkerung in Livingstone sammelt Wertstoffe, vor allem Plastikmüll, und Trash4Cash kauft diese zu einem Kilopreis ab. Im Recycling Hub wird der Abfall sortiert und gepresst. In der ersten Phase des Unternehmens wurde das Plastik dann in die Hauptstadt Lusaka gebracht, wo es an Betriebe verkauft werden konnte, die es zu Granulat verarbeiten und neu einsetzen. Aus dem Verkauf generierte Trash4Cash den Umsatz.
Joshua Hofert: Wichtig für Trash4Cash war die enge Zusammenarbeit mit dem Livingstone City Council, also dem Stadtrat, und der sambischen Umweltbehörde. Wir haben Trash4Cash dabei unterstützt, im Jahr 2025 offizieller Vertragspartner der Stadt Livingstone im UNIDO-Projekt zur Kreislaufwirtschaft zu werden. Seit Januar verfügt Trash4Cash über den ersten großen Recyclinghub mit Recycling-Maschinen. Damit kann die Weiterverarbeitung der Wertstoffe effizienter vor Ort erfolgen. Das zahlt sich ökologisch und ökonomisch aus.

Wie hat das Projekt die Stadt Livingstone verändert?

Joshua Hofert: Durch die zahlreichen Eco-Clubs, die im Rahmen des Projektes an Schulen in Livingstone gegründet wurden, hat sich das Umweltbewusstsein der Kinder und Jugendlichen im Hinblick auf den Umgang mit Müll erheblich verbessert. Die Müllsammler*innen, die in den Stadtvierteln Plastikmüll an Trash4Cash verkaufen, erarbeiten jetzt ein zusätzliches kleines Einkommen für ihre Familien.


Bernhard Simon: Die Menschen merken, dass ihr Abfall nicht wertlos ist, sondern sie beim richtigen Umgang damit sogar „Trash“ gegen „Cash“ eintauschen können. Und ganz wichtig: Die jungen Erwachsenen von Trash4Cash sind nicht mehr arbeitslos und erwirtschaften als selbstständige Unternehmer*innen eigenes Einkommen. Joshua Hofert: Durch die zahlreichen Eco-Clubs, die im Rahmen des Projektes an Schulen in Livingstone gegründet wurden, hat sich das Umweltbewusstsein der Kinder und Jugendlichen im Hinblick auf den Umgang mit Müll erheblich verbessert. Die Müllsammler*innen, die in den Stadtvierteln Plastikmüll an Trash4Cash verkaufen, erarbeiten jetzt ein zusätzliches kleines Einkommen für ihre Familien.
Bernhard Simon: Die Menschen merken, dass ihr Abfall nicht wertlos ist, sondern sie beim richtigen Umgang damit sogar „Trash“ gegen „Cash“ eintauschen können. Und ganz wichtig: Die jungen Erwachsenen von Trash4Cash sind nicht mehr arbeitslos und erwirtschaften als selbstständige Unternehmer*innen eigenes Einkommen.

Wie kam es zur langjährigen Partnerschaft Ihrer Institutionen?

Joshua Hofert: Die Partnerschaft geht auf den Tsunami an Weihnachten 2004 zurück. Ein gigantisches Unterwasserbeben kostete rund 230.000 Menschen an den Küsten des indischen Ozeans das Leben. Terre des Hommes erhielt sofort sehr viele Spenden, mit denen Millionen von obdachlosen Kindern und Familien geholfen werden konnte. Nur fehlte es bald an Spenden für andere Regionen, die nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit standen.
Bernhard Simon: Wir sind damals an Terre des Hommes mit dem Willen herangetreten, sinnvoll und nachhaltig zu helfen. Die Empfehlung lautete, unser Engagement gerade nicht auf die Tsunami-Soforthilfe zu konzentrieren. Stattdessen wurde sie zunächst im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh eingesetzt. Hilfe nicht als Sprint, sondern als Marathon konzipieren – das ist seither die gemeinsame Philosophie von Terre des Hommes und Dachser.Joshua Hofert: Die Partnerschaft geht auf den Tsunami an Weihnachten 2004 zurück. Ein gigantisches Unterwasserbeben kostete rund 230.000 Menschen an den Küsten des indischen Ozeans das Leben. Terre des Hommes erhielt sofort sehr viele Spenden, mit denen Millionen von obdachlosen Kindern und Familien geholfen werden konnte. Nur fehlte es bald an Spenden für andere Regionen, die nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit standen.


Bernhard Simon: Wir sind damals an Terre des Hommes mit dem Willen herangetreten, sinnvoll und nachhaltig zu helfen. Die Empfehlung lautete, unser Engagement gerade nicht auf die Tsunami-Soforthilfe zu konzentrieren. Stattdessen wurde sie zunächst im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh eingesetzt. Hilfe nicht als Sprint, sondern als Marathon konzipieren – das ist seither die gemeinsame Philosophie von Terre des Hommes und Dachser.

Aus welcher Motivation und Perspektive heraus engagieren Sie sich bis heute weiterhin in dieser Partnerschaft?

Bernhard Simon: Wir haben die gleichen Werte und Ziele vor Augen und setzen auf Graswurzelprojekte, die von den Kräften der Zivilgesellschaft vor Ort getragen werden. Wir wollen insbesondere, dass junge Menschen Lebenschancen erhalten und unterstützen sie, diese zu ergreifen. Das sind Prinzipien, nach denen wir unser Unternehmen führen.
Joshua Hofert: Wir sind durch die Auswahl geeigneter lokaler Partnerorganisationen nah an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort und agieren mit einer langfristigen strategischen Vision für die Gesellschaft. Dass dies gelingt, zeigen uns zahlreiche Geschichten von jungen Menschen, die mit unserer Unterstützung ein neues Leben beginnen konnten, endlich zur Schule gehen, eine Ausbildung bekommen oder lernen, ihre Felder ohne Pestizide zu bewirtschaften und davon gesund leben.Bernhard Simon: Wir haben die gleichen Werte und Ziele vor Augen und setzen auf Graswurzelprojekte, die von den Kräften der Zivilgesellschaft vor Ort getragen werden. Wir wollen insbesondere, dass junge Menschen Lebenschancen erhalten und unterstützen sie, diese zu ergreifen. Das sind Prinzipien, nach denen wir unser Unternehmen führen.


Joshua Hofert: Wir sind durch die Auswahl geeigneter lokaler Partnerorganisationen nah an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort und agieren mit einer langfristigen strategischen Vision für die Gesellschaft. Dass dies gelingt, zeigen uns zahlreiche Geschichten von jungen Menschen, die mit unserer Unterstützung ein neues Leben beginnen konnten, endlich zur Schule gehen, eine Ausbildung bekommen oder lernen, ihre Felder ohne Pestizide zu bewirtschaften und davon gesund leben.

Welche Empfehlungen möchten Sie aus Ihren Erfahrungen anderen Unternehmen oder Organisationen hier in Deutschland auf den Weg geben?

Bernhard Simon: Kooperationen zwischen NGOs und Unternehmen müssen authentisch sein. Corporate Social Responsibility darf sich nicht auf PR-Zwecke begrenzen, sondern muss integraler Bestandteil der Werte und Kultur des Unternehmens sein. Am Beispiel von Trash4Cash zeigt sich besonders gut, wie Dachser seine unternehmerische Kompetenz in Verbindung mit der starken zivilgesellschaftlichen Expertise von Terre des Hommes in ein Social Entrepreneurship Projekt überführt. Und dabei junge Menschen zusammenbringt, damit sie ihre Zukunft selbst gestalten können.Bernhard Simon: Kooperationen zwischen NGOs und Unternehmen müssen authentisch sein. Corporate Social Responsibility darf sich nicht auf PR-Zwecke begrenzen, sondern muss integraler Bestandteil der Werte und Kultur des Unternehmens sein. Am Beispiel von Trash4Cash zeigt sich besonders gut, wie Dachser seine unternehmerische Kompetenz in Verbindung mit der starken zivilgesellschaftlichen Expertise von Terre des Hommes in ein Social Entrepreneurship Projekt überführt. Und dabei junge Menschen zusammenbringt, damit sie ihre Zukunft selbst gestalten können.

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