„Wir konnten einen Perspektivwechsel vornehmen und voneinander lernen.“

Julian Schwab aus Fulda arbeitet seit mehreren Jahren als freiwilliger Feuerwehrmann. Im Interview berichtet er von Perspektivwechseln und Gastfreundschaft während seines Team works! Einsatzes in Kenia.

Julian Schwab

Julian Schwab, *1995, aus Fulda, Deutschland. Er ist freiwilliger Feuerwehrmann bei der Feuerwehr Gersfeld/Rhön.

Das Interview

Wo hast du deinen Einsatz absolviert - und was waren deine hauptsächlichen Tätigkeiten?

Julian: Ich war im November 2021 bei der Feuerwehr von Kilify County in Kenia und habe dort bei der Ausbildung der Feuerwehrleute zu Atemschutzgeräteträgern unterstützt. Unter anderem konnte ich Einweisungen zum Einsatz tragbarer Pumpen für die kenianischen Kollegen anbieten. Während der Ausbildungskurse und Übungen konnten wir gemeinsam miteinander arbeiten, auf Probleme der kenianischen Kollegen eingehen und Lösungsansätze für unterschiedlichen Bereiche entwickeln. Wir konnten also einen Perspektivwechsel vornehmen und voneinander lernen.

Was hast du dabei genau gelernt?

Julian: Der Einsatz in Kenia war eine sehr interessante Erfahrung, die mich in meiner persönlichen Entwicklung viele Schritte nach vorne gebracht hat. Genauso war der Austausch auch fachlich sowohl mit meinem Tandempartner sowie den weiteren Einsatzkräften, als auch den Einsatzkräften vor Ort, in vielerlei Hinsicht bereichernd. Fachlich konnte ich andere Gerätschaften als unsere standortüblichen Geräte kennenlernen. Auch konnte ich andere Taktiken beobachten, die ich gerne an unserem Standort ausprobieren möchte. Außerdem bin ich beeindruckt von dem Einfallsreichtum und dem Improvisationsgeschickt der kenianischen Kollegen.

Privat als auch beruflich kann ich mitnehmen, dass man das Leben wesentlich entspannter nehmen kann, als sich dem Stress auszusetzen, den wir uns die ganze Zeit machen.

Wie würdest du deine Erwartungen an den Einsatz bei der Feuerwehr von Kilify County beschreiben?

Julian: Die Situation vor Ort konnte ich mir relativ genau vorstellen, da ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen eine gewisse Vorstellung der Menschen, der Angewohnheiten und der Landschaft im Kopf hatte. Erschrocken hat mich dennoch die hohe Anzahl an Lehmhütten und die teils sehr hohe Armut, gerade durch den fehlenden Tourismus während Corona. Dennoch muss ich erwähnen, dass ich - wie immer - von der afrikanischen Gastfreundschaft beeindruckt war. Durch die Arbeit mit den Leuten vor Ort lernt man sich auf einer Ebene kennen, die ein Tourist, selbst ein Backpacker, nie erleben würde.

Noch ein Blick zurück: Was nimmst du mit?

Julian: Privat als auch beruflich kann ich mitnehmen, dass man das Leben wesentlich entspannter nehmen kann, als sich dem Stress auszusetzen, den wir uns die ganze Zeit machen. Auch hat sich mein Horizont erweitert: im Hinblick auf die unterschiedlichen Geschlechterrollen, die Auswirkungen von Armut und Reichtum sowie das Privileg, in einem reichen Land aufwachsen zu dürfen. Besonders beeindruckend waren unsere Ausflüge zu Bekannten sowie die Einladungen von den Menschen in Kenia. Wir konnten an einem Gottesdienst teilnehmen, Stadtteile sehen, die vermutlich seit längerer Zeit kein Europer und keine Europäerin gesehen hat, mit den Einheimischen kochen und an einem Tisch mit ihren Familien essen.

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