"Ich bin begeistert von der mir gebotenen Chance und möchte unbedingt weiter lernen!"

Matthew ist Elektriker aus Matany, Uganda. Er hat Team works! durch Filbo kennengelernt, der im Frühjahr 2024 für ein paar Wochen im Krankenhaus hospitiert hat, in dem Matthew arbeitet. Nun konnte Matthew im Austausch an Filbos Arbeitsplatz in Weinsheim hospitieren. Wir haben ihn nach seinen Erfahrungen gefragt.

Das Interview

In welchem Unternehmen hast du deine Hospitation absolviert? Was waren deine hauptsächlichen Tätigkeiten?

Ich war bei STREIF Haus, einem Unternehmen, das Fertighäuser baut und verkauft. Zu meinen Aufgaben gehörten die Planung, Ausführung und Wartung von elektrischen Anlagen in Gebäuden und Bauwerken. Dazu gehörten die Verkabelung und der Anschluss von Geräten, Steckdosen und Schaltern unter Einhaltung der allgemeinen Sicherheitsstandards und Vorschriften. Außerdem habe ich Erdungs- und Verbindungsprüfungen sowie Inspektionen von elektrischen Anlagen durchgeführt.

Matthew arbeitet konzentriert an der Verkabelung eines großen Sicherungskastens.
Matthew in Aktion

Was hast du während deiner Hospitation gelernt? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse konntest du weitergeben?

Ich habe mehr praktische Erfahrungen bei der Anwendung theoretischer Kenntnisse gesammelt, zum Beispiel beim Entwerfen und Testen oder auch bei der Fehlerbehebung, und ich habe neue technische Fähigkeiten erworben.

Die Hospitation hat zudem meine Soft Skills wie Zeitmanagement, Teamarbeit, gute Kommunikation und die Einhaltung von Arbeitsfristen gestärkt. Darüber hinaus habe ich den Umgang mit Software wie Microsoft Visio gelernt und verstanden, wie wichtig es ist, Elektropläne zu erstellen und zu dokumentieren – sowohl im Hinblick auf Nachhaltigkeit als auch auf Nachvollziehbarkeit. Ich bin begeistert von der mir gebotenen Chance und möchte unbedingt weiter lernen!

Gleichzeitig konnte ich meine Erkenntnisse darüber weitergeben, wie wichtig es ist, sich durch den Einsatz von Notstromsystemen wie erneuerbarer Solarenergie gegen Stromausfälle im Netz abzusichern. Und auch, wie wichtig es ist, bei Elektroarbeiten auf kleine Details zu achten – wie zum Beispiel darauf, dass alle Kabel fest verbunden sind und die korrekte Farbcodierung der Kabel eingehalten wird. Denn auf diese kleinen, aber entscheidenden Details zu achten, gewährleistet, dass die Anlagen über einen langen Zeitraum sicher und funktionsfähig bleiben.

Warum hast du dich für Team works! und das DAJW entschieden?

Ich wollte mein Netzwerk erweitern und meine beruflichen und persönlichen Kontakte über meinen unmittelbaren Kreis hinaus aktiv ausbauen, mit Menschen aus verschiedenen Branchen, mit unterschiedlichen Hintergründen und aus verschiedenen Ländern.

Außerdem wollte ich die Elektrotechnik aus verschiedenen Arbeitsperspektiven kennenlernen, um mehr Einblicke und Wissen zu gewinnen und letztendlich mein Potenzial für meine berufliche Entwicklung zu steigern.

In einer großen Halle sieht man einzelne fertige Hauswände, mit denen dann die Fertighäuser gebaut werden.
So sieht es bei STREIF Haus aus

Was hat dich am meisten überrascht?

Was mich am meisten überrascht hat, war, wie oft ich Kaffee von der Baustelle mitnehmen durfte. Das war wirklich zu viel Koffein für mich! Außerdem war ich beeindruckt von der Gleichberechtigung in Deutschland: Ich habe das Gefühl, dass es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt und dass sie die gleichen Aufgaben teilen. Zu guter Letzt war ich überrascht von der Sorgfalt, mit der Wildtiere behandelt werden. Es gibt beispielsweise Brücken, die ausschließlich dafür gedacht sind, dass Tiere große Straßen sicher überqueren können, und auf kleineren Straßen in Wäldern halten Autos an, um Tiere passieren zu lassen.

Welche Vorteile haben sich durch das Tandem mit der Senior-Fachkraft ergeben?

Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Experten bietet erhebliche Vorteile, darunter eine schnellere Aneignung praktischer Fähigkeiten, wertvolle Karriereberatung und ein erweitertes berufliches Netzwerk.

Was würdest du anderen jungen Menschen, die sich für einen berufsbezogenen Aufenthalt im Ausland interessieren, mit auf den Weg geben?

Während der Vorbereitung ist es sinnvoll, etwas Deutsch zu lernen, um sich auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten, und das Visum frühzeitig zu beantragen, da die Bearbeitung durch die Botschaften manchmal recht lange dauert. Während des Aufenthalts in Deutschland solltet ihr euch die dortige Arbeitskultur zu eigen machen: Meine Erfahrung ist, dass Pünktlichkeit, direkte Kommunikation und eine starke Arbeitsmoral sehr geschätzt werden.

Matthew und Filbo stehen vor einem großen Sicherungskasten und lächeln in die Kamera.
Matthew und Filbo – das Dreamteam! Filbo hat 2024 Matthew bei seiner Hospitation in einem ugandischen Krankenhaus kennengelernt. Nun konnte Matthew auch bei Filbos Arbeitgeber in Deutschland hospitieren.

Nenne uns drei Dinge oder Erfahrungen, die du aus deiner Hospitation mitnimmst:

  1. Professionelle Perfektion und Arbeitsmoral
  2. Teamarbeit
  3. Verständnis der Branchenstandards

Was wirst du nie vergessen?

Eine Sache, die mir besonders aufgefallen ist, ist das Konzept der Work-Life-Balance! Trotz einer starken Arbeitsmoral legen die Menschen, die ich getroffen habe, Wert auf eine klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben, was meiner Meinung nach für einen gesunden Lebensstil sehr wichtig ist. Eine weitere Sache, die ich sehr schätze, ist das effiziente öffentliche Verkehrsnetz. Dank des gut ausgebauten Systems gibt es Regionalzüge, mit denen man Städte ganz einfach und auf unvergessliche Weise erkunden kann. Außerdem werde ich die Montagvormittage nie vergessen: Nach dem Wochenende waren alle sehr erschöpft!

 

Zu den Erfahrungen von Filbo in Uganda

Filbo zu Team works! - DAJW

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