„Es war eine lebensverändernde und bereichernde Erfahrung, bei der ich verschiedene Arbeitsmethoden kennen gelernt habe.“

Oloshuku Mbukure Lerug, kurz Ole Lerug, ist ein Physiotherapeut aus Usa River in Tansania. Er berichtet über seine Erfahrungen als Teilnehmer von Team works! in Deutschland. Ole reflektiert, was er im Neurologischen Fachkrankenhaus und Rehabilitationszentrum des Hegau-Jugendwerks erlebt und gelernt hat. Überraschungen waren auch mit dabei!

Oloshuku Mbukure Lerug

Oloshuku Mbukure Lerug ist in der Gemeinschaft der Massai im Ngorongoro-Gebiet Tansanias geboren und aufgewachsen. Neben seinem Beruf als Physiotherapeut setzt er sich leidenschaftlich für die Stärkung seiner Gemeinschaft ein, indem er ihr durch Bildung hilft, ihren Lebensstandard zu verbessern. Er ist Mitbegründer und Sekretär der Nicht-Regierungsorganisation "Enduata Community Initiative Organization" (ECIO) in Usa River in Tansania. Die Organisation konzentriert sich hauptsächlich auf die Stärkung der Gemeinschaft, Bildung und die Unterstützung von Kindern mit Beeinträchtigungen.

Das Interview

In welchem Betrieb warst du tätig? Was waren deine Haupttätigkeiten?

Meine Hospitation absolvierte ich in der Neurologischen Fachklinik und Rehabilitationszentrum des Hegau-Jugendwerks in Gailingen am Hochrhein. Als Physiotherapeut lernte ich dort von meinen Kolleg*innen, die ein großes multidisziplinäres Team bilden. Außerdem habe ich mein Fachwissen über die umfassende Rehabilitation nach einer neurologischen Erkrankung, einem Unfall oder einer frühkindlichen Hirnschädigung weitergegeben – von der Frührehabilitation bis zur Wiedereingliederung in Schule und Beruf.

In einem Raum stehen drei Personen um eine höhenverstellbare Behandlungsliege herum. Neben Ole stehen Stefan Daub, Leiter der Physiotherapieabteilung (Mitte) und Dr. Willy Zink, SES-Experte (rechts). Sie tragen alle eine Mund-Nasen-Maske.
Ole steht neben Stefan Daub, Leiter der Physiotherapie-Abteilung (Mitte) und Dr. Willy Zink, SES-Experte (rechts) in einem Behandlungszimmer rund um eine Liege.

Was hast du während deiner Hospitation gelernt, sei es von deinen Kolleg*innen, Vorgesetzt*innen oder selbstständig? Und welche deiner Fähigkeiten konntest du weitergeben?

Ich lernte etwas über Teamarbeit und Pünktlichkeit, die meine Kolleg*innen einhalten, um ihre Ziele zu erreichen. Es war eine lebensverändernde und bereichernde Erfahrung, bei der ich verschiedene Arbeitsmethoden mit modernen therapeutischen Geräten kennengelernt habe. Diese forderten mich einerseits heraus, statteten mich andererseits mit neuen Fähigkeiten aus, welche ich mit nach Hause nehmen kann.

In unserer Gemeinschaft können sich Kinder mit Beeinträchtigungen die Kosten für medizinische und Rehabilitationsleistungen sowie für eine hochwertige Ausbildung nicht leisten. Ich koordiniere die finanzielle Unterstützung für die Behandlung und helfe bei der Suche nach Sponsor*innen für die Ausbildung von Mädchen durch eine kleine Nicht-Regierungsorganisation, die wir zur Stärkung der Gemeinden gegründet haben.

Zu ECIO

Insgesamt habe ich in Deutschland viele wertvolle Dinge gelernt, die mein Leben entscheidend verändern und mir helfen werden, meine Ziele und Visionen zu erreichen.

Warum hast du dich für Team works! und das DAJW entschieden?

Von Team works! erfuhr ich durch meinen Tandempartner Dr. Willy Zink vom Senior Experten Service (SES). Ich interessierte mich dafür, weil mir die Idee dahinter gefiel: Zwei Seiten tauschen Wissen und Erfahrung auf der Grundlage einer gleichberechtigten Partnerschaft mit langfristiger Wirkung aus. Afrikanische Fachkräfte erhalten die Chance, eine Hospitation in Deutschland zu absolvieren und umgekehrt, was sich positiv auf die berufliche Entwicklung auswirkt und dabei die internationale Entwicklung fördert.

Das Foto zeigt auf der linken Bildhälfte Ole. Er trägt eine blaue Winterjacke und steht auf einem Aussichtspunkt. Auf der rechten Bildhälfte sieht man eine herbstliche Landschaft und den Rhein.
Ole an einem herbstlichen Tag auf einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Rhein.

Was hat dich während deiner Hospitation in Deutschland am meisten überrascht?

Während meiner Zeit in Deutschland habe ich mich mit Praktikant*innen aus verschiedenen Teilen Europas getroffen. Wir verbrachten Zeit miteinander, aßen zusammen zu Mittag und gingen gemeinsam zu unseren Stationen im Krankenhaus. Das war etwas, worauf ich vorher nicht vorbereitet war.

Außerhalb des klinischen Bereichs war ich überrascht, wie das Zugsystem funktioniert – es war meine erste und eine bessere Erfahrung in einem Zug, als ich erwartet hatte – sowie vom TK-Elevator-Testturm in Rottweil.

Du wirst den Grundstein für ein globales Netzwerk legen, dessen Fachwissen und Ratschläge dir bei der Gestaltung deiner zukünftigen Karriere helfen können.

Welche Vorteile hat es, in einem Tandem mit einem/einer SES-Expert*in zu arbeiten?

Es ist sehr beeindruckend, zum ersten Mal im Ausland zu sein, vor allem, wenn man mit jemandem zusammenkommt, der die Kultur und das Umfeld vor Ort kennt. Generell hat mir das Tandem mit einem Senior-Experten des SES geholfen, eine Vision zu entwickeln, um mir selbst und der Gemeinschaft, in der ich arbeite, zu helfen.  

Das Foto zeigt Ole und seinen Tandem-Partner, den SES-Experten Dr. Willy Zink. Sie machen ein gemeinsames Selfie vor dem Rhein und lächeln in die Kamera.
Ole mit seinem Tandem-Partner, dem SES-Experten Dr. Willy Zink.

Welchen Rat würdest du anderen jungen Menschen geben, die sich für eine Hospitation in Deutschland interessieren?

Ein Auslandsaufenthalt in Deutschland eröffnet dir zahlreiche Möglichkeiten. Du wirst Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen Teilen der Welt kennenlernen, mit denen du interagieren und internationale Kontakte knüpfen kannst. Diese Kontakte können sich als perfektes Werkzeug erweisen und deinen Spielraum für Möglichkeiten erweitern, die dir vorher vielleicht nicht zugänglich waren. Du wirst den Grundstein für ein globales Netzwerk legen, dessen Fachwissen und Ratschläge dir bei der Gestaltung deiner zukünftigen Karriere helfen können.

Bitte nenne drei Dinge oder Erfahrungen, die du aus deiner Hospitation mitnimmst.

  1. Neue Fähigkeiten, praktische Kompetenz und Erfahrung
  2. Erinnerungen und Geschichten zum Teilen
  3. Eine Menge Geschenke von Freund*innen
Das Foto zeigt eine Gruppe von Menschen, die um einen Tisch sitzen. Einige von ihnen lächeln in die Kamera, andere sind dabei zu essen. Einer von ihnen ist Ole Lerug.
Auch Pausen sind wichtig – Ole mit einer Reihe von Kolleg*innen beim gemeinsamen Mittagessen.

Was wirst du nicht vergessen?

Die große Veränderung, die ich erlebt habe, die Verbindung zu den Menschen und Freund*innen, die Beziehung zur Kultur sowie die nachhaltige Wirkung haben mich erkennen lassen, wozu ich fähig bin und welche Richtung ich im Leben einschlagen möchte.

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