„Ich war Hospitantin und gleichzeitig Ausbilderin für die ‚afrikanische Art‘ des Kuchenbackens“

Rebecca Biira aus Kasese in Uganda arbeitet als Küchenleiterin und Ausbilderin im Rwenzori Royal Institute. Sie erzählt von ihren Erfahrungen als Team works! Teilnehmerin in Deutschland, welche Erfahrungen sie in der Dresdner Kaffee Wippler GmbH, Konditorei Wippler mitgenommen und weitergegeben hat und welche Aspekte sie während ihres Aufenthaltes überrascht haben.

Rebecca Biira

Rebecca Biira aus Kasese in Uganda hat eine Ausbildung im Bereich Hotelmanagement und Catering absolviert. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung begann sie als Kellnerin in einem Resort zu arbeiten und wechselte später ihren Job und wurde Rezeptionistin in einem internationalen Hotel.

Das Interview

In welchem Betrieb hast du deine Hospitation absolviert? Was waren deine Haupttätigkeiten?

Meine Team works! Hospitation habe ich bei Kaffee Wippler in Dresden absolviert. Dort war ich Hospitantin und gleichzeitig Ausbilderin für die "afrikanische Art" des Kuchenbackens.

Mit Schürze und Kopfhaube arbeitet im Vordergrund die junge Fachkraft aus Uganda, Rebecca, mit Teig. Im Hintergrund beobachten sie drei Kolleginnen von Kaffee Wippler.
Rebecca aus Kasese in Uganda bei der Arbeit in der Kaffee Wippler

Was hast du während deiner Hospitation gelernt, sei es von deinen Kolleg*innen, Vorgesetzt*innen oder selbstständig? Und welche deiner Fähigkeiten konntest du weitergeben?

Ich habe gelernt, wie man verschiedene Gebäcke mit Früchten wie zum Beispiel Macarons herstellt, in dem man Joghurtfüllung, Schokomasse, Schokoboden, Dekormasse usw. nutzt. Außerdem lernte ich, wie man mit verschiedenen Menschen umgeht. Ich wurde zum Beispiel zur Familie Wippler eingeladen, und es war wirklich schön, sie kennen zu lernen. Die Liebe, die mir meine Kolleg*innen entgegenbrachten, lehrte mich, anderen Menschen immer Liebe entgegenzubringen, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder anderen menschlichen Eigenschaften. Das Thema, das mich am meisten beschäftigt hat, war das Zeitmanagement. Dies hat mir gelehrt, auch zuhause für die Unterrichtsstunden meiner Schüler*innen immer pünktlich zu sein. Und persönlich konnte ich den Lebensstil mit meinen Kolleg*innen teilen, mit denen ich zusammen war.

Warum hast du dich für Team works! und das DAJW entschieden?

Die Vision und die Mission der Organisation haben mich dazu bewogen, sie zu wählen. Besonders gut gefallen mir die Ziele, den Hunger in beiden Kontinenten zu bekämpfen, die Selbstständigkeit junger Menschen zu fördern und die Verbundenheit zwischen Menschen aus afrikanischen Ländern und Deutschland zu fördern.

Während Rebecca konzentriert kleine Teigbällchen in flüssige Schokolade eintaucht, beugt sich die Sächsische Ministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch über den Arbeitstisch, sieht sie an und spricht mit ihr.
Rebecca wird während ihrer Hospitation in Dresden von Barbara Klepsch, der Sächsischen Ministerin für Kultur und Tourismus, besucht.

Was hat dich während deiner Hospitation in Deutschland am meisten überrascht?

Ich war überrascht über das System des Brotessens in den Straßen und über das 9-Euro-Ticket, weil ich in dieser Zeit kam. Als ich einen Naturpark in Deutschland besuchte, vermisste ich Tiere wie Elefanten, Löwen und andere. ;)

Überraschend waren für mich auch die Kleiderordnung im Sommer und der Umgang der Menschen mit Gebeten.

Welche Vorteile hat es, ein Tandem mit einem/einer SES-Expert*in zu bilden?

Es gibt verschiedene Vorteile. Eines davon ist, dass ein Tandem die Beziehung zwischen Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen verbessert. Durch eine gute Mentor*innenschaft können junge Fachkräfte ihre Fähigkeiten erheblich weiterentwickeln. Außerdem ermutigt ein solches Tandem beide Personen, einen Teamgeist zu entwickeln. Indem ich nun einige der mit mir geteilten Fähigkeiten adaptiere, kann ich sie an meine Lernenden und andere Menschen weitergeben.

Auf einem Tisch werden zwei Backbleche mit kleinen runden Törtchen, darauf Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren, präsentiert.
Bei diesem Anblick läuft vielen das Wasser im Mund zusammen.

Welchen Rat würdest du anderen jungen Menschen geben, die sich für eine Hospitation in Deutschland interessieren?

Ich würde anderen jungen Fachkräften raten, immer auf ihre Vorgesetzt*innen zu hören, wenn sie zu einer Hospitation kommen, und bei der Arbeit die Zeit als oberste Priorität zu betrachten. Außerdem empfehle ich ihnen, sich immer an die Regeln und Vorschriften zu halten, die sie als junge Fachkräfte bekommen haben. Schließlich würde ich ihnen auch raten, ihre Empfehlungen, die sie nach ihrem Einsatz erhalten haben, als wichtiges Dokument für ihren Lebenslauf aufzubewahren.

Nenne bitte drei Dinge oder Erfahrungen, die du aus deiner Hospitation mitnimmst.

Ich nehme meine neuen Erfahrungen bei der Anfertigung von Kuchen mit verschiedenen Früchten mit, aber auch die Herausforderungen und Chancen bei der Eröffnung von Straßenverkaufsstellen für Gebäck wie Kaffee Wippler. Insgesamt hat mir diese Hospitation auch gezeigt, wie wichtig Teamarbeit ist.

Die junge ugandische Fachkraft steht inmitten fünf ihrer Kolleg*innen von Kaffee Wippler.
Rebecca und ihre Kolleg*innen von Kaffee Wippler in Dresden

Was wirst du nicht vergessen?

Ich werde den ersten Tag nicht vergessen, als ich in Frankfurt ankam und ein Mittagessen aus Brot und Wurst zu mir nahm. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich so eine Mahlzeit gegessen habe.  Auch die Bootstour mit der Sächsischen Kultur- und Tourismusministerin Frau Barbara Klepsch werde ich nie vergessen. Eine weitere Freude war es für mich persönlich, von der Vertreterin des Senior Experten Service (SES), Frau Laurence Bayer, dabei begleitet zu werden. Auch die Begrüßung im Sächsischen Landtag durch den Staatsminister Herrn Oliver Schenk war eine große Überraschung. Das werde ich nicht vergessen.

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